Monatsarchiv für August 2008

Aug 15 2008

VdT

Gegen das Vergessen– Kundgebung für Tibet, am 23 August in Bremen

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Zum Ende der olympischen Spiele wollen wir auf die immer noch
unhaltbare Menschenrechtslage in Tibet aufmerksam machen.
Auch nach Olympia geht der Kampf des tibetischen Volkes für
Menschenrechte, kulturelle und religiöse Autonomie weiter.
Weiterhin ist in Tibet die Situation sehr angespannt. Die Bewegungsfreiheit der Tibeter ist stark eingeschränkt, es kommt weiterhin zu Verhaftungen von Mönchen, Nonnen und Tibetern, die gegen
die Unterdrückung durch die chinesische Regierung friedlich protestieren.
Viele Inhaftierte sind mittlerweile in Gerichtsverfahren zu langen Haftstrafen verurteilt worden.
Weiterhin bekommt die UNO Delegation keine Einreiseerlaubnis und die freie ausländische Presse kann, wenn überhaupt, nur verdeckt und sehr eingeschränkt berichten. Was wirklich in Tibet geschieht soll im Dunklen bleiben.
Doch Tibet darf nicht vergessen werden. Wir möchten durch unsere Aktionen die Menschen in Bremen über Tibet informieren und zum Verständnis der Kulturen beitragen.
Gegen das Vergessen– Kundgebung für Tibet.
Es sprechen:
Dr. Helga Trüpel, Europaabgeortnete der Grünen
Frau Lhanzom Ewerding, Vorsitzende des vereins der Tibeter
Deutschlands aus Bonn
Pasang , eine in Bremen wohnende Tibeterin wird tibetische Lieder singen
Wo: auf dem Bremer Marktplatz
Wann: am Samstag den 23.08.2008 von 13-15 Uhr
Wer: die Aktionsgruppe Tibet und VTD
Ansprechpartnerin: Frau Florentine Zecher-Kathmann
flokath@nord-com.net

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Aug 13 2008

VdT

“Ein Zeichen für Tibet auf den Pollerwiesen” am 17 August, Köln

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Während zur Olympiade die Welt auf China schaut, wollen wir ein Zeichen setzen und den Tibetern zeigen, dass sie nicht vergessen sind. Auf der PollerWiesen am 17.8. wird es daher im Liegewiesebereich einen Tibet Stand geben, der 3 Aktionen durchführt, an denen Ihr Euch beteiligen könnt:
Auf Hunderte Gebetsfahnen könnt ihr Eure guten Wünschen schreiben, die, nachdem sie an Schnüren aufgehängt wurden, nach tibetischer Vorstellung vom Wind um die Welt getragen werden. Es werden kleine tibetischen Flaggen verteilt, die ihr erst wehen lassen und später mit nach Hause nehmen könnt. Wer konkreter werden möchte, kann einen Brief an Bundeskanzlerin Merkel unterschreiben, in dem sie gebeten wird, den Dalai Lama nochmals zu treffen und von der chinesischen Regierung Verhandlungen über eine Lösung der Tibet-Frage zu verlangen.

Macht mit. Gebt Eure gute Stimmung und Energie weiter in Form eines Signals der Freundschaft und des Mitgefühls. Die Menschen in Tibet erfahren letztendlich, auf verschlungenen Wegen, von der Solidarität, die ihnen entgegengebracht wird; das tröstet sie und lässt sie durchhalten.
Wenn Ihr mehr über die Veranstaltung wissen möchtet, sieh hier: www.pollerwiesen.de
Wo: “Kölner Jugendpark”
Sachsenbergstr.1,
51063 Köln
Wann: 17.08.08
Ab 11Uhr

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Aug 13 2008

VdT

Berlin 1936 - Beijing 2008: Viele verblüffende Parallelitäten

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Morgen wird die XXIX. Olympiade in Beijing eröffnet, in einem Land, in dem eigentlich nach den hehren olympischen Idealen diese Spiele hätten nicht stattfinden dürfen. Kritiker und selbst vorsichtige Mahner haben im Vorfeld viele Parallelitäten zwischen den Spielen in Beijing mit denen in Berlin gezogen. Auch wenn der Vergleich nicht in jedem einzelnen Punkt übereinstimmt und nicht übereinstimmen muss, sind doch die Ähnlichkeiten erschreckend groß. Die chinesische Führung ist sich wohl bewusst, dass die VR China nicht verdient hat, erstens den Zuschlag zur Ausrichtung dieser Olympischen Spiele zu bekommen, und zweitens, dass die VR China die eingegangenen Versprechen nicht einhalten wird und wahrscheinlich hatte es gar nicht vorgehabt, einzuhalten. Das wussten viele Mitglieder des “ehrenwerten” IOC, vorrangig Herr Juan Antonio Samaranch, der bekanntlich am liebsten mit Diktatoren paktierte. Sein Nachfolger, Jacques Rogge, hat zwar dies nur geerbt, aber hat sich leider als “würdiger” Nachfolger von Herrn Samaranch erwiesen.

Nun werden wir in der chinesischen Hauptstadt “bis auf die Zähne bewaffnete Olympischen Spiele” erleben. Dies ist bereits Tage vor Beginn der Olympiade unübersehbar. Leise kritische Stimmen von manchen IOC-Mitgliedern sind zwar zu vernehmen, doch das IOC hat seine Trumpfkarte längst verschenkt und ist nun zu einem kümmerlichen Interessenverband, bar jedweder moralischer Instanz verkommen. Das IOC kann und wahrscheinlich will auch noch nicht mal im olympischen Pressezentrum (ich spreche nicht von Beijing und schon gar nicht von ganz China) freien Internetzugang für die Medienvertretern durchsetzen. Das IOK hat vollmündig die Vergabe der Olympischen Spiele an Beijing damit gerechtfertigt, dass es zur Verbesserung der Menschenrechte, zur Öffnung der Gesellschaft und zum Umweltschutz einen Beitrag leisten wird. Ferner hätte China “uneingeschränkte” Pressefreiheit, zumindest während der Olympiade zugesichert. Ein Tag vor Spielbeginn ist neben dem rasanten Wirtschaftswachstum lediglich eine leichte Luftverbesserung in Beijing zu beobachten. Auch wenn die leichte Luftverbesserung den Olympioniken sicherlich zugute kommt, hat dies mit einem nachhaltigen Umweltschutz aber nichts zu tun, denn diese kosmetische und temporäre Verbesserung ist primär das Ergebnis von Zwangsmaßnahmen gegen die Autofahrer der Stadt.

Für uns Tibeter & andere Völker unter chinesischer Besatzung & Unterjochung wie die Uiguren und Mongolen ist der einzige positive Nebeneffekt dieser Olympischen Spiele in Beijing, dass trotz Chinas Anspruch der Zugehörigkeit Tibets, Ost-Turkestans & der Mongolei zur VR China, dass China selbst diese Länder im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen immer wie fremde Länder behandelt. Die XXIX. Olympiade findet in Beijing, Hongkong and anderen Städten Chinas statt. Das Versprechen des freien Zugangs für die internationalen Medienvertreter gilt aber nicht für Tibet, Ost-Turkestan und die Mongolei. Ich möchte und will, dass die Völkerrechtler diesen Tatbestand klar zur Kenntnis nehmen. Solche Sonderbehandlung von Tibet, Ost-Turkestan und der Mongolei durch die VR China erfüllt juristisch gesehen den klaren Tatbestand, dass diese besetzten Länder nach chinesischem Selbstverständnis ihrem Hoheitsgebiet “nicht” angehören.

Wirtschaft und die allgemeine Politik des Westens haben die VR China längst verzogen. Spätestens seit der Vergabe der Spiele im Jahr 2001 trat das IOC in die gleichen Fußstapfen. Ein verzogenes Kind wächst nicht mit der Verantwortung. China möchte und will Global Player sein, ist aber nicht bereit, Verantwortung dafür zu tragen. Die VR China verkennt den Wandel der Zeit. Sie erwartet, dass sie wie zur Zeit des Vietnam-Krieges als Liebling des Großteils der internationalen Öffentlichkeit behandelt wird, gleichzeitig möchte und will sie Weltmacht und Globalspieler sein. Das geht nicht, denn man kann nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen picken.

Ein Globalspieler muss lernen, sich auch der Kritik zu stellen. Das hat die VR China nicht gelernt und will es anscheinend auch nicht lernen. So lange dies nicht geschieht, wird China auf seinem Weg zur Weltmacht noch viel mehr Kritik ernten. Wie ein verzogenes Kind reagiert die Wirtschaftsmacht China stur, dickköpfig und selbstherrlich auf internationale Kritik. Die jahrzehntelange Beschwichtigungspolitik des Westens und nun auch des IOC hat der inneren Reform der chinesischen Gesellschaft einen Bärendienst erwiesen.

Bis auf die “offizielle” Rassenpolitik sind 2008 viele Merkmale zu finden, wie 1936 bei den Olympischen Spielen in Berlin, z.B. Olympische Spiele in einer hoch militärisierten Umgebung, Berichterstattung im Lande unter dem Primat der Politik gestellt, eklatante Menschenrechtsverletzungen an den sog. Minderheiten wie den Tibetern, Uiguren, Mongolen sowie Falun Gong Anhänger, chinesischen Dissidenten und Christen passieren tagtäglich, ein Regime, das mit allen Mitteln der Propaganda versucht, ihr Legitimitätsdefizit beim Volk und international mit einem bombastischen Olympiaspektakel sich zu erkaufen.

Ein ganz interessantes gemeinsames Merkmal der beiden Olympiaden in Berlin und Beijing ist der Umgang mit der olympischen Fackel. Das Nationalsozialistische Deutschland hat in Berlin den olympischen Fackellauf erstmals in der olympischen Geschichte eingeführt und zur Untermauerung seines Gebietsanspruchs über die Tschechoslowakei, den Fackellauf in Prag durchgeführt, trotz weltweiten Protestes. Zumindest auf diesem Gebiet hat die VR China das Nazi-Deutschland weitübertroffen. Die VR China hat den Fackellauf mit einer martialischen Inszenierung über den Globus geschickt und dafür herbe Kritik eingeheimst. Wie das Nazi-Deutschland in die besetzte Tschechoslowakei hat die VR China den Fackellauf durch die besetzten Länder wie Tibet, Ost-Turkestan und die Mongolei inszeniert, gegen den Willen der überwiegenden Mehrheit der unterjochten Völker, um ihren Souveränitätsanspruch dort völkerrechtlich zu untermauern. Dies trug nicht zur Harmonie und Verständigung unter den Völkern bei, sondern hat einen nachhaltigen Riss, zumindest unter den Völkern auf dem Gebiet der heutigen VR China verursacht und hinterlassen.

Auch die chinesische Staatspresse hat sich der Politik der “Hetze” bedient, die Chinesen gegen die Tibeter, Uiguren und eigene chinesische Dissidenten aufzuwiegeln. Gewisse Parallelitäten zu 1936 sind nicht von der Hand zu weisen.

Der einzige wesentliche Unterschied zwischen den Olympischen Spielen von Berlin & Beijing ist: als die XI. Olympiade an Berlin vergeben wurde, waren die Nazis noch nicht an der Macht, 2001 vergaben die “ehrenwerten” IOC-Mitglieder die XXIX. Olympiade an Beijing, im vollen Bewusstsein, was in der VR China und in den von ihr besetzten Ländern passiert. Das war ein eklatanter Fehler & nun mehren sich die kritischen Stimmen, aber es ist zu spät. Das IOC hat leider gänzlich versagt, die olympischen Ideale verraten & der Förderung von Zivilcourage in China einen Dampfer erteilt.

von Tsewang Norbu, VTD (Redebeitrag auf der Auftaktsveranstaltung “www.Tibet-protestival.de” am 7.8.2008 in Berlin).

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