Mrz 10 2009
Von Potsdam nach Berlin für freies Tibet

Erinnerung an Volksaufstand in Lhasa vor 50 Jahren / Hungerstreik vor chinesischer Botschaft (09.03.09)
Potsdam, Innenstadt - Zu einem Friedensmarsch nach Berlin starteten gestern fünfzig Frauen und Männer tibetischer Herkunft von Potsdam aus. „Wir erinnern damit an den blutig niedergeschlagenen Volksaufstand in Lhasa vor fünfzig Jahren und fordern die Freiheit unseres Volkes“, sagt Leksney Hofheinz, Vorsitzender des Vereins der Tibeter in Deutschland.
Vom Hauptbahnhof kommend, vereinigten sich die Tibeter am Luisenplatz mit der Potsdamer Tibet-Initiative. Temperamentvoll skandierten sie unter ihren bunten Nationalfahnen immer wieder „Free Tibet!” und brachten Hochrufe auf den Dalai Lama aus. Leksney ist in einen traditionellen tibetischen Mantel mit rotem Wollgürtel gehüllt. Der außen erdfarbene und innen prachtvoll farbig gestaltete Stoff soll ihn warm halten beim 24-stündigen Hungerstreik vor der chinesischen Botschaft vom 9. zum 10. März. „Wir wollen mit der Aktion erreichen, dass die Bundesregierung und andere Staaten mehr tun als nur Lippenbekenntnisse für eine freies Tibet abzugeben“. Die chinesische Regierung hoffe, das Tibet-Problem löse sich mit dem Ableben des heute 73 jährigen Dalai Lama. Das sei jedoch ein Trugschluss. Nur durch ihn bestehe die Hoffnung, das Tibet-Problem friedlich zu lösen.
Wie der Vereinsvorsitzende erläutert, führe der Friedensmarsch zunächst über die Glienicker Brücke nach Wannsee. Am heutigen Montag wollen die Tibeter den Firmen Bombardier und Microsoft einen Protestbrief gegen deren Engagement in der Volksrepublik China übergeben. Nach Mahnwache und Hungerstreik vor der chinesischen Botschaft an der Jannowitzbrücke gibt es morgen dort eine Gedenkfeier zum Jahrestag des Volksaufstandes. Laut Leksney Hofheinz leben in Deutschland zirka 500 Menschen tibetischer Herkunft, in Berlin etwa 50 und in Potsdam zwei. Mehr zum Thema...?
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