Aug 21 2008

VdT

Tibeter vom Bodensee in Peking verhaftet

Abgelegt 22:48 unter Aktuelles


(SZON) Der 30 Jahre alte Deutsch-Tibeter Florian Narbu Gyanatshang aus Uhldingen-Mühlhofen ist in Peking verhaftet worden. Er hatte gemeinsam mit einem Amerikaner und einer Britin vor dem Olympia-Stadion für ein freies Tibet demonstriert.

PEKING/UHLDINGEN-MÜHLHOFEN (dre) Es war etwa 0.05 Uhr Pekinger Ortszeit, als Florian Narbu Gyanatshang und zwei weitere Aktivisten in der Nähe des Olympia-Stadions die tibetische Flagge hissten, um für ein freies Tibet zu demonstrieren und daraufhin verhaftet wurden. Ein weiterer Aktivist, der die Szene beobachtete, wurde ebenfalls festgenommen. Der 30-jährige Deutsch-Tibeter ist in Uhldingen-Mühlhofen am Bodensee aufgewachsen. Er ist Leiter des deutschen Ablegers des Vereins “Tibeter Jugend in Europa”.

Vor seiner Abreise nach Peking erklärte Gyanatshang: “Ich fühle mich sowohl der deutschen als auch der tibetischen Kultur verpflichtet. Als deutscher Staatsbürger kann ich zu derart eklatanten Menschenrechtsverletzungen, wie sie in Tibet geschehen, nicht schweigen. Und als Tibeter möchte ich meinen Landsleuten in dieser schwierigen Situation zur Seite stehen.”

Tendon Dahortsang, Präsidentin des Verein Tibeter Jugend Europa, äußert sich in einer Pressenotiz zur Verhaftung des Aktivisten: “Mit Florian Norbu Gyanatshang gelang es trotz massivstem Ueberwachungsapparat einem Tibeter unsere Nationalflagge in Peking zu hissen. Diese Aktion ist ein Symbol unseres unermüdlichen Kampfes gegen die unrechtmässige Besetzung Tibets durch China. Wir sind sehr stolz auf Florian Norbu und hoffen, dass er bald unversehrt nach hause reisen kann.”

Über den Verbleib der Aktivisten nach der Verhaftung ist momentan nichts bekannt. Stephanie Dilpert vom Bodensee-Regionalverband der Tibetiniative Deutschland sagte gegenüber der SZ, sie sei optimistisch und gehe davon aus, dass Gyanatshang in Kürze wieder auf freiem Fuß sei: “Ihm war vor seinem Abflug nach China klar, was ihn erwartet.”

 

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