Mrz 07 2009

VdT

Pressemitteilung des VTD zum 10.März 2009

Abgelegt 16:55 unter Aktuelles

Pressemitteilung

Lippenbekenntnisse allein reichen nicht aus, das Tibet-Problem zu lösen!
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Unter dem Motto „50 Jahre gewaltsame Unterdrückung” gedenken die Tibeter in Deutschland mit einem Friedensmarsch (Routenplan:vtd-frie-neuerouteplan111 ) von Potsdam nach Berlin des Volksaufstands vom 10. März 1959 in Lhasa. Die Aktion am 8. und 9. März führt die Route an den Niederlassungen der Firmen Bombardier Transportation GmbH und Microsoft vorbei, wo jeweils ein Protestbrief gegen deren Engagement in Tibet übergeben wird. Zudem wird an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand eine Schweigeminute für die Opfer von Unrechtsregimen weltweit abgehalten. Am 9. März gegen 16 Uhr werden die Tibeter vor der chinesischen Bot-schaft in Berlin erwartet, wo sie ihre Aktion mit einer Mahnwache und einem Hungerstreik für 24 Stunden fortsetzen. Dort findet dann am 10. März die eigentliche Gedenkfeier zum Jahrestag statt, die auch von Tibet-Freunden unterstützt wird.

Zum Hintergrund
Kurz nach Ausrufung der VR China am 1. Oktober 1949 fielen Einheiten der Volksbefreiungsarmee im Winter 1949 in Amdo (NO-Tibet) sowie im Oktober 1950 in Kham (Ost-Tibet) ein. Am 23. Mai 1951 erzwang China das „17-Punkte-Abkommen zur friedlichen Befreiung Tibets“. Darin verpflichtete sich Beijing, Tibets Eigenständigkeit zu respektieren, doch die Besatzer hielten ihre Versprechen nicht ein. Der wachsende Unmut der Tibeter gegen die Fremdherrschaft mündete schließlich am 10. März 1959 in den Volksaufstand, als Dalai Lama nach Beijing entführt werden sollte. Tausende von Tibetern umlagerten den Norbulingka Palast, um ihr Oberhaupt zu beschützen. Die Situation eskalierte in einen offenen Kampf zwischen den tibetischen Freiheitskämpfern und chinesischer Besatzungsmacht.

In dieser aussichtslosen Lage floh S.H. der Dalai Lama am 17. März nach Indien. Die übermächtige Besatzungsmacht schlug den Aufstand blutig nieder. Zwischen März 1959 und September 1960 wurden nach einem chinesischen Geheimdokument 87.000 Tibeter in und um Lhasa getötet.

Seither dauert die grauenvolle Tragödie in Tibet an. Die Situation für Tibeter hat sich in jüngster Zeit in allen Lebensbereichen weiter verschlechtert. Gerade im Wirtschaftsbereich erreicht die Marginalisierung der Tibeter neue Dimensionen. 2008 hat China die Repressionen weiter verschärft. Immer noch werden über 1.000 Tibeter vermisst, die sich an den Protestaktionen 2008 beteiligt hatten. In diesem Jahr plant Beijing eine besondere Provokation: Der 28. März wird als „Tag der Befreiung der Tibeter von der Leibeigenschaft“ gefeiert. Vor 50 Jahren wurde damals die Regierung Tibets aufgelöst. Zu erwartende Proteste sollen mit der Kampagne „Hartes Durchgreifen“ im Keim erstickt werden.

Acht Gesprächsrunden zwischen der tibetischen Exilregierung und China seit September 2002 sind ergebnislos geblieben, da sie für Beijing nicht mehr als ein PR-Zug waren. Die chinesische Führung sitzt dem Trugschluss auf, das Tibet-Problem löse sich mit dem Ableben des XIV. Dalai Lama von alleine. Tatsächlich jedoch gelingt es nur dem charismatischen Dalai Lama, die Tibeter zum Verbleib im chinesischen Staatsverband zu überreden und sie auf einen friedlichen Freiheitskampf einzuschwören.

“Time is running out”: Nicht für Tibet läuft die Zeit ab, sondern für eine friedliche Lösung des Tibet-Problems.

Wir rufen deshalb die Bundesregierung und die internationale Staatengemeinschaft auf, über ihre Lippenbekenntnisse hinaus, tatkräftig zur Lösung der Tibet-Frage beizutragen. Im Interesse einer stabilen Lage in Tibet muss die chinesische Führung dazu ermutigt werden, endlich einen Kurs der Annäherung einzuschlagen. So lange der Dalai Lama lebt, besteht ein kleiner Hoffnungsschimmer, das Tibet-Problem doch noch friedlich zu lösen!

Verein der Tibeter in Deutschland e.V.
Kontakt: Lekshey Hofheinz, 0176-6594 6018
Lobsang Sherab, 0179-8324884

Die  englische und tibetische Versionen finden Sie hier:2009-03-10-pm-eng ? 2009_03_10_pm_tib11

Bankverbindung: VTD e.V. (Bonn): Volksbank Giessen, Kto-Nr.: 1153102, BLZ: 513900 00

2 Kommentare

2 Kommentare to “Pressemitteilung des VTD zum 10.März 2009”

  1. Objektivam 9. März 2009 um 23:41 1

    Sie schreiben:
    “Die Situation für Tibeter hat sich in jüngster Zeit in allen Lebensbereichen weiter verschlechtert.”

    Sehe ich nicht so, da Tibeter, wie auch andere Minderheiten in China sogar einige Vorzüge gegenüber den Han-Chinesen geniessen, wie z.B. Quoten an chinesischen Hochschulen, Ausnahmen in dr ein-Kind-Politik.

    Das sind Tatsachen, wenn diese hier nicht erwähnt werden oder bleiben, werde ich Ihren Verein als einseitig betrachten müssen.

  2. Wirklich Interessierteram 14. März 2009 um 15:26 2

    Hallo “Objektiv”,

    für mich sind Sie das nicht – objektiv. Genauer gesagt, sehe ich in Ihren Worten nichts anderes als den Erfolg der chinesischen Propaganda.

    Gehen’s doch der Sache mal – unvoreingenommen – genauer nach; am Besten von allen Seiten. Ich bin sicher, dann stossen Sie schon auf die Tatsachen.

    Ich bin kein VTD-Mitglied, falls Sie das nun annehmen sollten.

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