Jun 12 2009

VdT

„Das unerträgliche Leid des tibetischen Volkes wird Euch zum Weinen bringen!“

Abgelegt 07:48 unter Aktuelles

242105
Die Abteilung für Information und internationale Beziehungen (DIIR) der tibetischen Regierung-im-Exil, www.tibet.net, hielt am 27. Mai eine Pressekonferenz, bei der sie vier soeben eingetroffene tibetische Flüchtlinge vorstellte. Diese waren bei den friedlichen Demonstrationen im März 2008 im Bezirk Kardze, Osttibet, dabei gewesen. Vor etwa 30 internationalen Pressevertretern schilderte einer von ihnen, Tsewang Dhondup, seine Erlebnisse. Er gesellte sich am 24. März 2008 zu den friedlich Protestierenden, weil er die Behauptungen der chinesischen Regierung über die angebliche Befreiung Tibets genausowenig hinnehmen konnte wie die ständige Indoktrinierung der Tibeter, Kinder nicht ausgenommen, die sich vom Dalai Lama lossagen sollen.
„Bereits während der Kulturrevolution wurde mein Großvater festgenommen und acht Monate lang eingesperrt, bloß weil er zu Hause ein Portrait des Dalai Lama aufgestellt hatte.

Wir sind Bauern, aber meine Familie hatte kaum genug zu essen. Am Tag der Demonstration legten wir in Gemeinschaftsarbeit gerade einen Bewässerungskanal für unsere Felder
an. Als ich von der Demonstration erfuhr, machte ich mich sofort auf den Weg zu unserem Haupt-Nonnenkloster. Es war recht weit bis dorthin, und als ich ankam, war schon die Polizei da und schoß mit scharfer Munition auf die etwa 200 Laien und 300 Nonnen. Die Bewaffnete Volkspolizei (PAP) hatte den tibetischen Mönch Kunga ausdem Kloster Chokri niedergeschossen. Er war der Sohn von Tashi Gyaltsen und ungefähr zwanzig Jahre alt. Ich sah ihn auf der Erde liegen und rannte zu ihm, um ihm zu helfen, obwohl überall um mich herum die Chinesen mit äußerster Brutalität gegen die Demonstranten vorgingen. Sofort feuerten sie Schüsse auf mich ab und trafen mich am Arm und in den Rücken. Die erste Kugel lähmte meinen gesamten Arm, die zweite bohrte sich mitten in meinen Körper. Dennoch versuchte ich den getroffenen Mönch in Sicherheit zu bringen, aber ich verlor fast das Bewußtsein und konnte ihn nicht mehr weiter tragen. Mein Bruder nahm ihn mir schließlich ab. Schwer verletzt flohen wir in die Berge. Meine Wunden entzündeten sich und wurden von Maden befallen. Wir hatten keinerlei medizinische Versorgung. Die Schmerzen waren so unerträglich, daß ich nahe daran war, mir das Leben zu nehmen. Mein Bruder Lobsang Thubten konnte schließlich in einem nahegelegenen Dorf Medikamente besorgen, was ihn fast sein Leben gekostet hätte. Unterwegs war er extremer Kälte ausgesetzt und zog sich Erfrierungen zu. In unserem eigenen Land mussten wir wie wilde Tiere leben.
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