Okt 28 2008
Dalai Lama gibt Hoffnung auf Einigung mit China auf

Der Dalai Lama hat die Hoffnung aufgegeben, in Gesprächen mit der chinesischen Regierung mehr Autonomie für das besetzte Tibet zu erreichen. Das sagte das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten am Samstag in Dharamsala. «Soweit es mich betrifft, habe ich aufgegeben», sagte er.
(ap) In ungewöhnlich klaren Worten hat der 73-jährige Dalai Lama seine Enttäuschung über die Gepräche mit der chinesischen Führung ausgedrückt. Er glaube nicht mehr an einen Erfolg. Nun müsse das tibetische Volk und die Exilregierung selbst entscheiden, wie der Dialog fortgesetzt werden solle, sagte der Dalai Lama in ungewöhnlich deutlichen Worten.
Er habe sich im Umgang mit China jahrelang um einen Weg des Ausgleichs und des Kompromisses bemüht. «Aber es gab kein positives Entgegenkommen von der chinesischen Seite.» Tibet ist jedoch nicht nur eine Sache des Dalai Lamas, es geht alle sechs Millionen Tibeter an, wie er weiter ausführte. Nun solle die demokratisch gewählte Exilregierung den weiteren Kurs bestimmen.
Die Äusserung des Dalai Lamas kommt unmittelbar vor einer erneuten Gesprächsrunde mit der chinesischen Führung Ende Oktober. Die Verhandlungen waren zuletzt nach den antichinesischen Unruhen im März und der anschliessenden Niederschlagung der Proteste aufgenommen worden. Die ersten Verhandlungen vor den Olympischen Spielen erzielten jedoch keine konkreten Ergebnisse.
Der Dalai Lama fordert eine weitgehende kulturelle und religiöse Autonomie für Tibet, jedoch nicht die Unabhängigkeit, wie ihm Peking immer wieder vorwirft. Die meisten Tibeter unterstützen seinen bisherigen Kurs, allein der Tibetische Jugendkongress stellt weitgehendere Forderungen. Tibet wurde in den 1950er Jahren von China besetzt, seit 1959 lebt der Dalai Lama in indischen Exil.
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