Dez 08 2008
81jähriger tibetischer Buchdrucker zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt
(IGFM)Die internationale Gemeinschaft sollte Protest erheben gegen die Inhaftierung und geheime Verurteilung von Paljor Norbu, einem 81jährigen tibetischen Buchdrucker, der das traditionelle Blockdruck-Handwerk ausübte, einen sofortigen Straferlaß und seine bedingungslose Freilassung fordern, erklärte Human Rights Watch (HRW).
HRW zufolge nahm die Polizei Norbu (dessen Namen auf Chinesisch mit Panjue Ruobu angegeben wird) am 31. Oktober 2008 in seiner Wohnung in Lhasa fest, weil er unter dem Verdacht stand, verbotenes Material, darunter auch die tibetische Nationalflagge, gedruckt zu haben. Während er in Untersuchungshaft saß, lehnten die Justizbehörden es ab, seine Verwandten darüber in Kenntnis zu setzen, daß er festgehalten wurde und welche Anklage gegen ihn erhoben würde. Im November wurde ihm hinter verschlossenen Türen der Prozeß gemacht und er wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Erst dann wurde seine Familie mittels eines direkt übergebenen Schreibens von der Verurteilung in Kenntnis gesetzt. Sein Haftort ist immer noch unbekannt.
Alle Nachrichten über Tibet, die nicht ausdrücklich von der KPC abgesegnet wurden, werden als verbotenes Material betrachtet, sagte Sophie Richardson, Asien-Referentin bei HWR.
Niemand darf ins Gefängnis geworfen werden, nur weil er Flaggen, Bücher oder Bilder druckte, und eine Regierung die darin übermittelten Ideen unterdrücken möchte eben deshalb ist die freie Meinungsäußerung ein grundlegendes Menschenrecht.Nachdem sie ihn festgenommen hatte, ließ die Polizei das Geschäft schließen, brachte Vermerke über die behördliche Schließung an den Türen an und verbot den Angestellten die Rückkehr zu der Werkstatt. Die Polizei konfiszierte auch Bücher und hölzerne Druckstöcke aus dem Bestand des Geschäfts.
Statt Paljor Norbu strafrechtlich zu verfolgen, sollte die chinesische Regierung seinen Beitrag zu der Erhaltung des historischen und kulturellen Erbes Tibets würdigen, fuhr Richardson fort.
HRW erklärte, daß die Zahl der Verhaftungen und Verurteilungen wegen Wahrnehmung des Rechts auf freie Meinungsäußerung in den letzten Wochen erheblich angestiegen sei, was deutlich mache, daß das harte Vorgehen der chinesischen Behörden gegen die Tibeter nach den Protesten vom März 2008 auch Personen betrifft, die der Teilnahmen an jenen Demonstration nur verdächtigt werden.
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